26: Bilder einer Stadt, die reagiert, erinnert, neu erwacht.

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Das Fotoprojekt „26“ ist eine Einladung zum Zuhören, zur Beteiligung und zum Wandel.

26 ist ein Fotoprojekt von Stefano Giacomazzi, das die Reaktion einer Stadt auf ein  dramatisches Ereignis erzählt. Mit 26 Schwarzweiß-Aufnahmen dokumentiert die Ausstellung die außergewöhnliche Beteiligung von Mestre an der Demonstration vom 28. September 2024 zum Gedenken an Jack. Der Tod von Giacomo Gobbato, 26 Jahre alt – der junge Mann, der „nicht weggeschaut hat“ – hat das städtische Gefüge tief erschüttert und eine tiefe Wunde in der Stadt aufgerissen. Zehntausend Menschen gingen auf die Straße, um von den Institutionen ein konkretes Engagement in Fragen der Sicherheit und der sozialen Gerechtigkeit einzufordern.

Für Jack, für uns, für alle: Holen wir uns die Stadt zurück

ist die Stimme von allen und jedem Einzelnen – ein vielstimmiger Chor –, der jenes tiefe Gefühl sozialer Solidarität ausdrückt und im Zug durch die Straßen ruft: Die Stadt ist nicht nur ein Ort, sondern eine Gemeinschaft.

Durch die Kraft der Schwarzweißfotografie wird der Betrachter eingeladen, einen Moment von großer Intensität erneut zu erleben und sich mit den Themen Erinnerung, Teilhabe und Zugehörigkeit auseinanderzusetzen.

26 ist keine visuelle Reise: Es ist eine Erzählung, die uns allen gehört. Es ist eine Einladung zur Beteiligung. Indem es den Bildern Authentizität und Tiefe zurückgibt, verwandelt es jede Aufnahme in ein Fragment kollektiver Erinnerung und in ein Zeugnis von Teilhabe und Hoffnung. Jedes ausgestellte Foto ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Beteiligung zu einem Akt des Widerstands und der Hoffnung werden kann. Durch die Bilder kann jede und jeder in der eigenen Erfahrung die Erzählung jenes Gefühls wiederfinden, das – durch Erinnerung und Trauer hindurch – den Schmerz in positive Handlung verwandelt, uns verbindet und den Blick nach vorn richtet.

26 beschränkt sich nicht darauf, einen Protesttag zu dokumentieren: Es ist eine emotionale Reise. Es ist eine Einladung, der Stimme einer Gemeinschaft zuzuhören und darüber nachzudenken, wie sich eine tragische Erfahrung in eine Gelegenheit für Wachstum und Bewusstwerdung verwandeln lässt. Wenn man den Blick auf den Bildern verweilen lässt, werden jene Geschichten von Solidarität und Mut sichtbar, die ein tragisches Ereignis in eine Chance für Dialog und Neubeginn verwandelt haben. Jede ausgestellte Fotografie ist ein Aufruf zur individuellen Verantwortung beim Aufbau einer besseren Zukunft. Sie hält die emotionale Intensität jenes Tages fest: die Kraft der Gesten, die Energie der Menge und die klare Botschaft: Mestre schaut nicht weg – gemeinsam mit Jack handelt und mobilisiert es sich.

26 ist keine Fotosammlung: Es ist ein Manifest. Es ist eine Einladung, den Fokus auf kollektives Handeln zu richten, das Überflüssige auszublenden und sich auf Details zu konzentrieren: Gesichter, gezeichnet von Emotion, Hände, die sich festhalten, Schilder, die in den Himmel gehoben werden, Schmerzensschreie. Schwarzweiß ist nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine symbolische Entscheidung. Der Verzicht auf Farbe überwindet Zeit und Raum und verwandelt die Bilder in universelle Zeugnisse: Er betont die Kraft der Kontraste und macht die Spannung zwischen Schmerz und Hoffnung, Stillstand und Handlung spürbar. Durch diese Linse erhält die Demonstration in Mestre eine historische Dimension und verbindet sich ideell mit den Kämpfen und Protesten anderer Zeiten und Orte. Demonstrationen, die Massen spontan bewegen, müssen nicht mit Farben etikettiert werden.

26 ist das Zeugnis eines Willens zur Veränderung. Es ist die offene Einladung, in die Geschichte einzutauchen, die uns gehört, ihren Sinn zu teilen und den Wert aktiver Teilhabe neu zu entdecken.

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